Leukämie Info

Was ist Leukämie?
Leukämie ist ein Krebs des Blutes und des Knochenmarks. Das Knochenmark füllt die Hohlräume der Knochen und ist für die Blutbildung verantwortlich. Es produziert alle Arten von Blutzellen:
-    Rote Blutkörperchen, die Sauerstoff in sämtliche Gewebe des Körpers befördern (Erythrozyten)
-    Weiße Blutkörperchen, die Infektionen bekämpfen (Leukozyten)
-    Blutplättchen, die zur Blutgerinnung beitragen (Thrombozyten)
Stammzellen im Knochenmark sind Vorläuferzellen und entwickeln sich zu weißen und roten Blutzellen und Blutplättchen in definierten Mengen, in einem Prozess namens Differenzierung.
Wenn Leukämie auftritt beginnt das Knochenmark unreife funktionsuntüchtige weiße Blutkörperchen zu produzieren, genannt “blasts”. Diese unreifen weißen Blutkörperchen breiten sich im Knochenmark aus und verdrängen reife Blutkörperchen mit der Folge, dass diese ihre Funktion nicht mehr erfüllen können.
Leukämie ist klassifiziert in entweder myeloische oder lymphatische Leukämie je nach dem beteiligten Zelltyp. Jede Leukämieform ist weiter unterteilt in eine chronische oder akute Form, abhängig von dem Verlauf der Krankheit. Chronische Leukämien schreiten langsamer voran als akute Formen.
Es existieren vier Hauptformen:

- akute myeloische Leukämie (AML)
- akute lymphatische Leukämie (ALL)
- chronische lymphatische Leukämie (CLL)
- chronische myeloische Leukämie (CML)

Mehr Informationen hier
Blutkrebs umfasst nicht nur die Krankheit Leukämie, sondern auch Lymphome und Myelome. Mehr Informationen entsprechend hier und hier

Leukämie ist keine ansteckende Krankheit!

Anzeichen und Symptome
Die häufigsten Anzeichen einer akuter Leukämie sind:
-    häufiges Auftreten von blauen Flecken und Blutergüssen (aufgrund Blutplättchen Defizient)
-    Blässe, Müdigkeit und Leistungsabfall (aufgrund von Blutarmut)
-    Infektionen und schlechte Wundheilung (aufgrund verminderter Zahl weißer Blutblättchen)
Chronische Leukämien beginnen hingegen schleichend. Eine Anzahl von Menschen mit chronischer Leukämie zeigen keine auffälligen Symptome und werden häufig zufällig bei einem Routinecheck diagnostiziert.
Es ist wichtig zu erwähnen, dass die hier genannten Symptome nicht spezifisch sind und auch bei anderen bekannteren Erkrankungen auftreten können und somit nicht notwendigerweise auf eine Leukämie-Erkrankung hinweisen. Jedoch aufgrund der Tatsache, dass akute Formen schnell fortschreiten, ist eine schnelle und frühe Diagnose der Schlüssel zum Sieg und es ist ratsam schnellstens einen Termin mit einem Arzt zu vereinbaren falls solche Symptome auftreten.

Mögliche Ursachen
Die ultimative Ursache von Leukämien ist noch nicht geklärt. Chronische Aussetzung von Chemikalien (z.B. Benzol) am Arbeitsplatz und hohe ionisierende Strahlung werden als potentiell auslösende Ursachen diskutiert, wobei jedoch keine von beiden die meisten Fälle erklären kann.

Behandlungsmöglichkeiten
Das Ziel einer Behandlung ist eine vollständige Remission. Dies ist ein Status in dem (nach erfolgter Therapie) weder klinische, radiologische, noch sonstige Zeichen der Krankheit über einen bestimmten Zeitraum (z. B. 6 Mon.) auftreten und der Patient zu einem guten Gesundheitszustand zurückkehrt.
Dauert im Falle einer akuten Leukämie eine komplette Remission nach einer Therapie länger als fünf Jahre an, spricht man von Heilung. Behandlungszentren verzeichnen eine steigende Anzahl von Patienten, welche sich in solch einer kompletten Remission befinden.

Die am häufigsten eingesetzten Behandlungsmethoden im Kampf gegen Leukämie sind Chemotherapie und Bestrahlung.  Chemotherapie verursacht die Zerstörung der unreifen, abnormalen Zellen im Blut durch Injizierung von Medikamenten. Problematisch ist hierbei jedoch, dass Chemotherapien  nicht selektiv sind und auch funktionierende, gute Zellen zerstört werden(s. Kapitel Nebenwirkungen). Dies ist oft der Grund für die Notwendigkeit unterstützender Bluttransfusionen. Antibiotika werden ebenfalls unterstützend eingesetzt um Infektionen zu bekämpfen oder zu verhindern.
Strahlentherapie
Unter einer Strahlentherapie versteht man den Einsatz von energiereicher, ionisierender Strahlung mit dem Ziel der Zerstörung “schlechter” Zellen (Leukämiezellen).
Knochenmarkstransplantation (KMT)
In vielen Fällen ist eine Knochenmarkstransplantation notwendig um eine Heilung herbeizuführen. Diese umfasst eine starke Chemotherapie oder Strahlentherapie mit dem Ziel der gänzlichen Eliminierung der naturellen Produktion von Blutzellen durch den Körper, um so die Krankheit vollständing zu beseitigen, gefolgt durch eine Infusion neuer Stammzellen zur Übernahme der normalen Funktion des Knochenmarks.
Diese Maßnahme kann  mehrere Monate andauern währenddessen der Patient sich in Isolation auf der KMT Station befindet um fatale Infektionen zu verhindern.  Stammen bei einer KMT die infundierten Zellen von dem Patienten selbst bezeichnet man das Verfahren als autologe (patienteneigene) Stammzellen- Transplantation. Bei einer so genannten allogenen („von einem anderen stammend“) Knochenmarkstransplantation findet hingegen eine Übertragung von Knochenmark  eines gesunden Spenders auf einen erkrankten Empfänger statt.
Ununterbrochene Forschung führt zu ständig verbesserten Medikamenten, welche in bestimmten Fällen sogar zu einer Heilung ohne die Notwendigkeit einer Knochenmarkstransplantation führen können.
Chemotherapie – Nebenwirkungen
Leider sind nicht nur schlechte Zellen sensitiv für Chemotherapie, sondern auch gesunde Zellen, die sich schnell teilen (Haut, Haare, Schleimhäute, Knochenmark) werden durch die Therapie angegriffen. Dadurch kommt es zu einer Zahl bekannter Nebenwirkungen, wie eine geschwächte Immunabwehr, Blutarmut, niedrige Blutplättchenzahl, Haarausfall, Übelkeit (Nausea), Durchfall (Diarrhoe),  Hämorrhoiden, Schleimhautentzündungen (Muskositis) und vorübergehende Unfruchtbarkeit. Die Nebenwirkungen sind abhängig von dem eingesetzten Medikament (Zytostatika), der Dosierung und Anwendunsgdauer als auch der allgemeinen körperlichen und psychischen Verfassung des Patienten. Bestimmte Medikamente können spezifische Nebenwirkungen an Lunge, Herz, oder Leber hervorrufen und daher ist es wichtig diese vor, während und nach einer Chemotherapie zu beobachten.
Nebenwirkungen sollten nicht lange andauern, da normale Zellen dazu tendieren sich nach Beendigung der Chemotherapie neu zu formen. Es ist möglich bestimmte Nebenwirkungen durch unterstützende Maßnahmen abzumildern (zum Beispiel Übelkeit durch Gabe von Antiemetika).

Wie man sich während der Chemotherapie verhalten sollte
A. Diät: eine ausgewogene Ernährung ist vorrangig um eine angemessene Menge Kalorien zu gewährleisten und somit einem Gewichtsverlust vorzubeugen. Beim Auftreten von Übelkeit sollte ein Arzt konsultiert werden. Im Falle von Appetitsverlust kann es helfen kleinere Mengen zu essen aber dafür häufiger pro Tag.  Iss mehr zu Zeitpunkten, wenn du dich stärker fühlst, wie zum Beispiel zum Fruehstück. Regelmässiges Essen im Abstand von ein paar Stunden schon bevor du ein erstes Hungergefühl spührst kann ebenfalls helfen Übelkeit zu unterdrücken da Hungerschmerz Übelkeit verschlimmern kann. Außerdem ist es wichtig viel Wasser und Säfte zu trinken um dem Körper zu helfen Gifte von Chemotherapeutika zu eliminieren. Wein oder Bier sollte nur nach Rücksprache mit dem Arzt konsumiert werden.
B. Hygiene: Die Handwäsche kann oftmals das Risiko von übertragbaren Krankheiten reduzieren, während eine korrekte Mundhygiene zur Prävention einer Mundschleimhautentzündung beitragen kann.
C. Psychologischer Aspekt:  Körperveränderungen oder Stimmungsänderungen sollten nicht beängstigend sein – sprich mit deinem Arzt
D. Sex: Es ist möglich während einer Chemotherapie sexuell aktiv zu sein, so lange es sich um geschützten Sex handelt um übertragbare Krankheiten zu verhindern.
E. Einnahme von Medikamenten: Abklärung durch einen  Arzt um etwaige Interaktionen zu vermeiden und Kompatibilität zu versichern.
F. Arbeit: Es ist möglich weiterhin dem Beruf oder Studium nachzugehen solange der Körper es zulässt, aber es sollte immer im Hinterkopf behalten werden, dass die höchste Priorität der Kampf gegen Leukämie hat und dafür extra Ruhepausen nötig sind.

Unterstützen – Was kann man für Freunde oder Verwandte tun?
Die Behandlung kann für den Patienten sehr belastend sein, sowohl körperlich als auch mental.  Die lang andauernde Isolation ist schwer und man kann leicht die Motivation verlieren.  Lass deine erkrankten Freunde und Verwandte wissen, dass du für sie da bist, wie sehr du sie vermisst und dass du sie sobald wie möglich zurück haben möchtest, so dass sie nie vergessen welch schöne Belohnung auf sie wartet, wenn sie durchhalten: going back to life

Behalte im Hinterkopf, dass Leukämiepatienten sich mit einer höheren Wahrscheinlichkeit infizieren können aufgrund der Tatsache, dass sie eine niedrigere Leukozytenzahl (weiße Blutkörperchen – Zellen, die gegen Infektionen kämpfen) haben. Aus diesem Grund sollten die Hände öfters gewaschen werden und falls die Nase läuft oder ein Husten auftritt, sollte eine gewisse Distanz bewahrt werden. Zusätzlich werden betroffene Freunde oder Verwandte schwächer sein als sonst und eventuell nicht in der Lage sein an allen Aktivitäten teilzunehmen. Daher sollte immer sicher gestellt sein, dass Events keine Überlastung bedeuten.
Weitere Information bei Erkrankung von Kindern an Leukämie, klicken sie hier.

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